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Dienstag, 07 September 2010
Blue Notes aus 12 Hundehütten - 5. Kammerkonzert Musikhochschule Saarbrücken Drucken E-Mail
Geschrieben von Tor Loewenherz   
Donnerstag, 23 Juni 1988

erschienen in „Der rasende Bass-Bote“ Nr. 3/88

Ganz im Zeichen der tiefen Töne stand ein Teil des fünften Kammer­konzerts an der Musikhochschule Saarbrücken. Bildeten den ersten Abschnitt des Pro­gramms noch ein Klavierquartett und ein Bläserquin­tett, so wurde es nach der Pause, als das Melton-Tuba-Quartett anrückte, recht bassig. Mit Bearbeitungen von J.S. Bach und Peter Tschaikowsky sowie einem Quartett und einem Rag erspielten sie locker eine Zugabe (welche Möglichkeiten ergeben sich erst aus der Kombina­tion von Tuba und Bass...).

Noch eindrucksvoller gestaltete sich der Aufmarsch des Kontrabaß-Ensembles von Prof. Michinori Bunya, der eifrigen Bass-Boten-Lesern wohl bestens bekannt ist. Zuerst begann man mit einer vom Meister bearbeiteten Fassung der „Schönen blauen Donau“ von Johann Strauß, gespielt von zehn Kontrabässen, und kam über ein Quartett zu einem Blues für zwölf Viersaiter, eine Zahl, die in deut­schen Landen bisher nur einmal (von den Berliner Philharmonikern) aufgebo­ten werden konnte. Dieses Stück, eine Bearbeitung der „Basin Street“-Melodie, wurde vom Kom­ponisten Klaus Kühnl auch selbst dirigiert. Als Zugabe für das nach drei Stunden etwas geschlauchte Publikum spielten vier Bässe „Yesterday“, wobei zu bemerken ist, daß die Zuhörer auf die unge­wohnt geballte Ansammlung von Tieftönern erstaunlich spontan und gelassen reagier­ten.

Nach dem Konzert über die Pro­bleme befragt, aus einer solch gro­ßen Ansamm­lung von Bässen ein harmonisches Werk zu schaffen, erklärte mir der Bass-Professor, daß zum einen mit verschiedenen Stim­mungen gearbeitet würde, und zum anderen jeder Bass seine eigene Stimme hätte. Und da das Ensemble vollständig aus Schülern von Prof. Bunya besteht, die jeweils unter­schiedliche Leistungsstufen erreicht haben, erhält jeder eine Stimme, die seinem Können entspricht. Stimm­führung nach Maß also.

Für mich war es auf jeden Fall ein faszinierender Abend, auch wenn ich als Bassgitarrist die spieltechni­sche Seite des Konzertes nicht vollständig zu würdi­gen verstand. Dem bleibt nur eins: E-Bassisten, schlagt zurück!

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