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Die politische Dimension der Gruppenimprovisation nach Kapteina

In der GI erfahren die Spieler

wie fragwürdig die für den Vollzug musikalischer Kommunikation gültigen Normen sind, wie ihr musikalisches Erleben von Forderungen nach ‚richtigen‘ Musikinstrumenten, reinen Tönen, ‚richtiger‘ Beherrschung des Instruments, Kenntnis der Notenschrift, sogenannter musikalischer ‚Begabung‘ etc. eingegrenzt und beschnitten wird, wie diese Normen nur dazu dienen, Eliten zu definieren, an die die musikalische Bedürfnisbefriedigung gebunden bleibt, während sie sich selbst in der GI musikalische Produktionsmittel aneignen, um ihre musikalischen Bedürfnisse selbst zu befriedigen.

GI vollzieht die Befreiung

der musikalischen Erfahrung, enthält Momente revolutionärer Praxis, ohne diese jedoch zu ersetzen. Wichtig ist der Transfer musikalischer Erfahrung in den gelebten Alltag.

„Man muß theoretisch das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Phantasie und Erfahrung der entfremdeten Realität begreifen; nur so kann die in Phantasieform gebundene Erfahrung rückübersetzt werden.“ (NEGT/KLUGE, 1974, 67)

Tor Loewenherz

Autor: Tor Loewenherz

Mit acht Jahren Klavierunterricht, ab 18 E-Gitarre und Bassgitarre. Ab 1983 erste Band. Erster Tonträger 1989 (MC VenDease live). Lehrer für Bassgitarre. Als Musik-Journalist beim Fachmagazin "the Bass", dem Musikermagazin Kick'n'Roll u.a.. Musik-Projekte in Offenbach und Frankfurt mit Jugendlichen aus sozialen Brennpunkten. Gesangsunterricht im Bereich funktionaler Stimmbildung nach Lichtenberg und Reid mit Studium klassischer Literatur. Diplomarbeit zum Thema "Musikimprovisation in der Sozialpädagogik". Seit 1996 sporadische Auftritte mit meist improvisiertem Charakter.

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