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Die Dimensionen der Gruppenimprovisation nach Kapteina

4.2.1 Die ästhetische Dimension
4.2.2 Die pädagogische Dimension
4.2.3 Die politische Dimension
4.2.4 Die sozialpsychologische Dimension
4.2.5 Die tiefenpsychologische Dimension
4.2.6 Die spirituelle Dimension

Im Laufe seiner zwanzigjährigen Improvisationspraxis

hat Hartmut Kapteina sechs Dimensionen der GI entwickelt, die für ihn Lebens- und Arbeitsphasen mit unterschiedlicher Akzentuierung verbinden. Sie sind auch ein Spiegel der gesellschaftlichen Entwicklung von den fruchtbaren Anfängen der sechziger Jahre bis heute.

„Als Grundsatz für das Musikverständnis in der GI

können die folgenden ‚6 Axiome der Unbestimmtheit in der Musik‘ gelten, die Barney CHILDS aufgrund der Beschäftigung mit der Musik John CAGE’S aufgestellt hat:

  1. Jeder vorhandene oder nichtvorhandene Ton ist so gültig – und ‚gut‘ – wie jeder andere Ton.
  2. Jeder Ton ist ein eigenständiges Ereignis. Er ist mit keinem anderen Ton durch irgendeine Hierarchie verbunden. Er braucht keine Beziehung zu dem zu haben, was ihm vorausgegangen ist oder was ihm folgen wird. Er ist für sich selbst wichtig, nicht für das, was er zu einer musikalischen Linie oder einem musikalischen Verlauf beiträgt.
  3. Jeder Verbund von Tönen ist genauso gültig wie jeder andere.
  4. Jedes Mittel zur Erzeugung eines Verbundes von Tönen ist genauso gültig wie jedes andere Mittel.
  5. Jedes Musikwerk ist genauso ‚gut‘ wie jedes andere, jeder Komponist so ‚gut‘ wie jeder andere.
  6. Traditionelle Wertvorstellungen, Expertentum und Autorität sind bedeutungslos.  (zit. n. CHARLES, 1984, 40)“ (KAPTEINA, 1988, 74f)
Tor Loewenherz

Autor: Tor Loewenherz

Mit acht Jahren Klavierunterricht, ab 18 E-Gitarre und Bassgitarre. Ab 1983 erste Band. Erster Tonträger 1989 (MC VenDease live). Lehrer für Bassgitarre. Als Musik-Journalist beim Fachmagazin "the Bass", dem Musikermagazin Kick'n'Roll u.a.. Musik-Projekte in Offenbach und Frankfurt mit Jugendlichen aus sozialen Brennpunkten. Gesangsunterricht im Bereich funktionaler Stimmbildung nach Lichtenberg und Reid mit Studium klassischer Literatur. Diplomarbeit zum Thema "Musikimprovisation in der Sozialpädagogik". Seit 1996 sporadische Auftritte mit meist improvisiertem Charakter.

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