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PLK

Die Band

Das Projekt PLK (die griechischen Buchstaben Pi, Lambda und Kappa – ausgesprochen PiLaKa / ausgeschrieben „Pippi Langstrumpf kifft“) entstand aus der studentischen Wohnheimszene Frankfurt-Nordweststadt. Neben den politischen Aktivitäten, die u.a. in der Gründung einer studentischen Liste für das 23. Studentenparlament mündeten mit dem Hauptziel der Befreiung der Realität, standen vor allem musikalisch-kreative Prozesse auf improvisatorischer Basis im Vordergrund.

Aus der Betrachtung als mystischer Orden hatte PiLaKa noch eine weitere Bedeutung. Hier stand Pi für die Unendlichkeit, Lambda für die Erleuchtung und Kappa für das Wilde in der Kultur, jeweils verkörpert in der Personen Member Langstrumpf, Zopf Langstrumpf und Chris Langstrumpf. Die künstlerische Seite wurde vor allem durch Member und Zopf gestaltet, so daß dem Gesetz der Fünf auch hier wieder Genüge getan wurde. Da Member und Chris sich mit einem Individuum namens Stolle zu Lay de Fear vereinigten, floß auch die Zwei in Eins, und Zopf wurde der alleinige Mastermind von PiLaKa.

Aufgrund der vielen Projekte, die – neben einigen festen Bands – aus dem dampfenden Nährboden jenes StudentInnenheims emporsprossen wie halluzinogene Pilze, war es manchmal nicht mehr möglich zu sagen: Dies ist PiLaKa und dies nicht. Die Grenzen waren fließend, aber bekanntlich sieht die Realität in echt ja ganz anders aus.

Basis der beiden PiLaKa-Produktionen „Clean Your Brain$“ und „Desert Soul“ war eine Session des Member&Zopf-Projektes „Zwei Bassisten auf dem Weg zur Hölle“, aus dem später das Projekt Valis hervorging. Jene Session fand am 24.05.92 im 13. Stock des Wohnheims statt. Man stelle sich vor: die oberste Etage, rundumverglast, mit Blick über ganz Frankfurt, das Auge in der Messepyramide blinzelt freundlich, vor der Fensterfront die umlaufende Veranda, von der schon manch frustrierter Studi ohne Seil den freien Fall nach unten antrat, eine geladene Atmosphäre baut sich auf, die schließlich in Sturm und Gewitter ihre Entladung und ihren Weg in Musik sowie – mittels eines Telefunken RC760 Stereo-Radio-Recorders – auf Tape findet.

Aufgrund dieser atmosphärischen Dichte beschloß Zopf, sein im April erworbenes Vierspurgerät einzusetzen, und diese Tapes weiterzubearbeiten. Er begann mit einfachsten Mitteln: Der Deckel seiner Bröseldose wurde zum Becken, der Sound einer Bassdrum wurde mit einem behämmerten Tisch, auf dem ein Gong lag, mit Dead Notes auf einer festgebundenen Bass-Saite oder einfach nur mit dem Mund erzeugt. Ja, die guten alten Zeiten. Im Laufe der Aufnahmen zur „Desert Soul“ erweiterten Drumcomputer und Keyboard die Möglichkeiten, Radio-Mitschnitte und Gastmusiker brachten zusätzliche Energien ins Spiel. Wer also nun seinen Gesundheitszustand aufs Spiel setzen will, der rolle sich eine dicke Trichterzigarre, lege die vorhandene CD ein und setze seine Kopfhörer auf.

Die CD’s:

PiLaKa PLK – Clean Your Soul
DoCD, 101 Minuten., MUZIK 004/005

Ein Vorprojekt von Valis, das auf den 13.Stock-Tapes des Member & Zopf-Projektes "Zwei Bassisten auf dem Weg zur Hölle" basierte und von Zopf mit Hilfe eines Vierspurgerätes weiterbearbeitet wurde. Abgedreht, psychedelic und nie perfekt.

siehe auch "Inner Spaces"

Die CD’s:

Titel CD/MC Rec-Date Grösse
Der Himmel ist zu (*) Clean Your Brain 05/09.92 7,3 MB
follow me trough (*) Clean Your Brain 05/09.92 1,4 MB
Fin de siécle (*) Inner Spaces 16.10.92 5,7 MB

3 PLK-Songs online, davon 3 freigeschaltet bei MP3.de – Die Site bei MP3.de

 

 

Tor Loewenherz

Autor: Tor Loewenherz

Mit acht Jahren Klavierunterricht, ab 18 E-Gitarre und Bassgitarre. Ab 1983 erste Band. Erster Tonträger 1989 (MC VenDease live). Lehrer für Bassgitarre. Als Musik-Journalist beim Fachmagazin "the Bass", dem Musikermagazin Kick'n'Roll u.a.. Musik-Projekte in Offenbach und Frankfurt mit Jugendlichen aus sozialen Brennpunkten. Gesangsunterricht im Bereich funktionaler Stimmbildung nach Lichtenberg und Reid mit Studium klassischer Literatur. Diplomarbeit zum Thema "Musikimprovisation in der Sozialpädagogik". Seit 1996 sporadische Auftritte mit meist improvisiertem Charakter.

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