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Stovepipe Wells – Farseetower

veröffentlicht in der Kick’n’Roll Nr. 16, Mai 97


Die Infos sind auf das Nötigste begrenzt. Jörn spielt Drums, Marcus Bass, Alex und Ralf bedienen die Gitarren. Das tun sie solide. Dazu teilen sich die letzten drei den Gesang. Das Ganze haben sie live im Übungsraum aufgenommen. „Vorsicht“, warnte mich der Oberroller WoS, als er mir das Tape rüberschob, in einer Hand seine Havanna Extra Strong, in der anderen den Hörer, aus dem Rod Steward quatschte, und Madonna auf seinen Knien, „könnte gefährlicher Stoff sein.“
Alles halb so wild. Der Sound ist etwas rauh, aber gut, und der Musik angemessen. Nur die Toms klingen mies, wenn das Drum allein steht, und bei ‘Chocolate junkies’ wünsche ich mir die Sologitarre voller. In den fünf Songs zeigt die Band, daß sie sowohl brachial abgehen, als auch leise Töne zu Gehör bringen kann. Die Entwicklung eines eigenen Stiles und Experimentierfreudigkeit klingen schon an, und ich hoffe, daß dieser Weg weiterverfolgt wird. Denn sonst bleibt es eine von vielen austauschbaren Bands aus irgendeinem Proberaum.
Ein gelungenes Debüt, warum also trägt das Cover den schwarzen Rand einer Todesanzeige?
Kontakt: Ralf Reber, Hainer Weg 10, 60599 Ffm, Fon: 069/625999

Tor Loewenherz

Autor: Tor Loewenherz

Mit acht Jahren Klavierunterricht, ab 18 E-Gitarre und Bassgitarre. Ab 1983 erste Band. Erster Tonträger 1989 (MC VenDease live). Lehrer für Bassgitarre. Als Musik-Journalist beim Fachmagazin "the Bass", dem Musikermagazin Kick'n'Roll u.a.. Musik-Projekte in Offenbach und Frankfurt mit Jugendlichen aus sozialen Brennpunkten. Gesangsunterricht im Bereich funktionaler Stimmbildung nach Lichtenberg und Reid mit Studium klassischer Literatur. Diplomarbeit zum Thema "Musikimprovisation in der Sozialpädagogik". Seit 1996 sporadische Auftritte mit meist improvisiertem Charakter.

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