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Tinnitus Mask – Cyberpunk

veröffentlicht in der Kick’n’Roll Nr. 12, Juni 96


Die Shooting Stars aus der Offenbacher Autonomen Szene haben nun nach einigen Aufsehen erregenden Gigs ihren ersten Tonträger mit vier Stücken unterschiedlichster Länge vorgelegt.
Da ist als erstes der Liveknaller „Cyberspace Junkie“, der hauptsächlich durch den tekknoliken Sound von Michas Keyboard und der adäquat wüsten Stimme von Leadsänger Thomas geprägt wird. Leider hat das Stück zwei Hänger, die ihm etwas von der Power nehmen. Special ist die Trompete von Holger, der ansonsten für die meist verzerrte und obertonreiche E-Gitarre zuständig ist.
„Mutiny“ geht voll garagemäßig ab und erinnert mich stark an die Fuzztones, vor allem durch die geile ‘Orschel’. Kleinere Zitate erhöhen das Hörvergnügen. Das komplexeste Stück ist „Bitch Your Life“ mit psychedelisch-groovigen Parts bis hin zu bösem Cross-Over. Gerade bei diesem Titel kommt die Stimme des zweiten Sängers Jörg zur Geltung, der auch durch seine Percussions den Gruppensound bereichert. „Hold On“ ist wieder geiler Garage-Punk-Rock, witzig und abgefahren gemacht. Für das Fundament sind Member (Bass) und Christian (Drums) verantwortlich.
Fazit: Die Musik von TINNITUS MASK wirkt absolut anregend auf die Motorik meines Körpers. Jeder Song ist einfach geil und bei jedem weiteren Anhören nehme ich mehr wahr. Die Eigenheiten jedes einzelnen Musikers wachsen zu einem größeren Ganzen zusammen, das jede Menge Power besitzt. Nicht perfekt, aber lebendig. Phantastisch.
Kontakt: Tinnitus Mask, c/o Knasterbox; Fon&Fax. 06181/26279

Tor Loewenherz

Autor: Tor Loewenherz

Mit acht Jahren Klavierunterricht, ab 18 E-Gitarre und Bassgitarre. Ab 1983 erste Band. Erster Tonträger 1989 (MC VenDease live). Lehrer für Bassgitarre. Als Musik-Journalist beim Fachmagazin "the Bass", dem Musikermagazin Kick'n'Roll u.a.. Musik-Projekte in Offenbach und Frankfurt mit Jugendlichen aus sozialen Brennpunkten. Gesangsunterricht im Bereich funktionaler Stimmbildung nach Lichtenberg und Reid mit Studium klassischer Literatur. Diplomarbeit zum Thema "Musikimprovisation in der Sozialpädagogik". Seit 1996 sporadische Auftritte mit meist improvisiertem Charakter.

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